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Was im Kopf noch funktioniert, ergibt auf Papier noch lange keinen Sinn. Mit dem Handbuch »Schreiben als Gestalter« entdecken Studierende das kreative Potenzial der Sprache. Sie lernen das Entwurfswerkzeug Schreiben für die eigene Profession zu nutzen.

Die Basis des Handbuchs bilden zwei wechselnde Bereiche: Theorie und Praxis. Die Theorie zeigt die Parallele zwischen Schreiben und Gestalten. In den praktischen Kapiteln wird das Schreiben trainiert. Denn Schreiben ist ein Entwurfsprozess, der erlernt werden kann und geübt werden muss.
Ein Exkurs zeigt, Schreiben an einer Gesaltungshochschule ist nichts Neues. An der Hochschule für Gestaltung Ulm war das Schreiben von Gebrauchstexten, nicht zuletzt durch die Abteilung Information, bereits fest etabliert. Ob und inwiefern Schreiben heute im beruflichen Alltag nützlich ist, klärt sich mit der Befragung von Experten.
»Schreiben als Gestalter«, Bachelorthesis, gestaltet mit Joshua Rudolf, beraten von Prof. Ulrich Schendzielorz und Prof. Dagmar Rinker, 20 cm × 29,7 cm, 180 Seiten, 7. Semester, 2014

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C’est quoi ce truc? Der Bericht sammelt die Erfahrungen und Aufgaben während des Praxissemesters bei Philipp Apeloig in Paris — von der Entdeckung von Kultur und Kunst als Impulsgeber bis zu TNT und »Typorama«.

Ein Großteil der Aufgaben befasste sich mit der Retrospektive »Typorama«, insbesondere mit der Erstellung von Kurzanimationen. Die Gestaltung von Plakaten für das Pariser Châtelet und das Théâtre National de Toulouse war eine weitere Herausforderung. Viele der Entwürfe basierten auf maßgeschneiderten Schriften, so auch ein Buchcover für den Phaidon Verlag.
»Studio Philippe Apeloig«, Bericht zum Praxissemester, 15 cm × 22 cm, 48 Seiten, 5. Semester, 2013

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Vier Monate pausenlos an der Bachelorthesis arbeiten ist anstrengend. Als Abwechslung kam ein hochschulinterner Wettbewerb ganz recht. Umso motivierter ist die Rückkehr, wenn die Entwürfe dann auch umgesetzt werden.

Ausstellungsplakat für die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd, beraten von Prof. Michael Götte und Prof. Daniel Utz, Plakat 29,7 cm × 84 cm, Einladungskarte 29,7 cm × 84 cm, 7. Semester, 2014

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Typisch Schwäbisch Gmünd: Phänomenorientiertes Lernen und Erproben grundlegender Analyse- und Entwurfsmethoden. Die Aufbauprinzipien eines Musikstücks werden untersucht und in eine visuelle Syntax übertragen.

Das Konzept basiert auf einem modularen Würfelsystem, dessen Komplexität mit dem Fortschreiten der Musik zunimmt. Das strenge akustische Regelwerk wird visuell kodiert. Mit Ton und in voller Länge gibt es die Animation auf Vimeo.
»Tide Pool«, Visualisierung eines Musikstücks von Evan Mast, gestaltet mit Joshua Rudolf und Aniela Vortmeyer, beraten von Prof. Michael Götte und Veldana Sehic, Dauer 1′ 15″, 3. Semester, 2012

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Kaliber 120, 18 Steine, Kupplungsaufzug, Schwanenhalsfeinregulierung. Eine Reportage über sympathische Herren, ihre außergewöhnliche Leidenschaft und die Bewahrung der Gmünder Uhrenfabrik Bifora.

Eine Autobiografie des Gründers, verfasst im Alter von 91 Jahren, beschreibt den Aufbau und Werdegang der Firma. Doch wenige Jahre nach seinem Tod folgte der Konkurs. Wo früher noch Maschinen dampften, rollen heute Bowlingkugeln.
Das Ziel des Vereins ist die Bewahrung der Uhrenfabrik vor der Vergessenheit. Die Mitglieder sammeln und archivieren akribisch. Mit wenigen Mitteln und viel Leidenschaft bereiten sie die eigene Ausstellung vor.
»Das B im Kreis«, Vereinsreportage über den Bifora-Freundeskreis, gestaltet mit Johanna Manghard, beraten von Prof. Jürgen Hoffmann und Andreas Langen, 16,5 cm × 26,5 cm, 80 Seiten, 6. Semester, 2014

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Das Erscheinungsbild basiert auf einem modularen Baukasten. Mit ihm können Informationsmaterialien und Geschäftspapiere von den Mitarbeitern erstellt und in Kleinserie günstig produziert werden.

Als gemeinnütziger Verein gibt die Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm Antworten auf drängende Fragen und unterstützt die Wiedereingliederung der Klienten durch zahlreiche Projekte. Trotz Förderer ist Budget gering.
Der zweite Geschäftsbereich verzichtet auf farbiges Papier, nutzt aber die gleichen Gestaltungsprinzipien. Er richtet sich vor allem an Förderer, Institutionen und potentielle Mitglieder. Die Wortbildmarke nimmt sich allgemein zurück, vereint jedoch beide Bereiche zu einer seriösen Einrichtung.
Erscheinunbsbild für die Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm, gestaltet mit Tobias Albrecht und Mario Simon, beraten von Prof. Daniel Utz, DIN-Formate, nicht realisiert, 4. Semester, 2012

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Der Berliner Verlag liebt Bücher. Deshalb steht das Medium selbst mitsamt seinen Vorzügen, greifbare Dimensionen und spürbarer Materialität, im Mittelpunkt des Programms.

Das Heft ist eine Mischung aus Verlagsprogramm und Magazin mit Hintergrundberichten und Interviews. Die physische Größe der vorgestellten Bücher erscheint immer wieder als Außenlinie. Großformatigen Fotografien geben ein Gefühl für Materialität und Verarbeitung.
Redesign eines Programmhefts des Verlags Onkel & Onkel, gestaltet mit Joshua Rudolf, beraten von Sabine Wagner, 22 cm × 36 cm, 36 Seiten, nicht realisiert, 4. Semester, 2012